URL: www.caritas-worms.de/aktuelles/presse/mitten-im-ort--mitten-im-leben
Stand: 26.08.2015

Pressemitteilung

Mitten im Ort – mitten im Leben

Die nächsten Nachbarn sind Kinder: Gleich neben den Seniorenwohngemeinschaften im Haus St. Sebastian besuchen sie ihre Kita St. Hildegard. Und so war es ganz selbstverständlich, dass sie nach dem Festgottesdienst mit Diözesanadministrator Giebelmann die Einweihungsfeier mit drei Liedern einleiteten.

Mitten im Ortskern befindet sich das renovierte ehemalige Pfarrhaus, nun integriert in einen lichtdurchlässigen Neubau mit einem einladenden, einem Kreuzgang nachempfundenen Innenhof. Von vielen der Privat- und Gemeinschaftsräume blickt man auf die Kirche; bis zur Bushaltestelle und dem Lebensmittelgeschäft sind es nur wenige Meter. Selbst jemand, der nichts über die Idee und Konzeption dieses Wohnprojekts weiß, wird gleich verstehen, worauf es den Trägern und Initiatoren ankam: Seniorinnen und Senioren leben hier miteinander - und mittendrin in der Gemeinde.

Seniorinnen und Senioren können in zwei Wohngemeinschaften mit je zwölf Plätzen selber wählen, welche Betreuung sie möchten, wann sie Gemeinschaft und wann eher Ruhe und privaten Rückzug brauchen. Auch Familien können hier pflegen und dabei ihre Angehörigen in guter Obhut wissen, wenn sie selber nicht vor Ort sind. Die 24stündige Präsenz der Mitarbeitenden erlaubt es, auch bei intensivem Unterstützungsbedarf hier zu leben.

Möglich war dies alles nur, weil sowohl Kirchen- als auch Ortsgemeinde sich sehr für dieses Projekt engagierten. Caritasdirektor Georg Diederich dankte deshalb in seiner Begrüßung sehr herzlich dem Verwaltungs- und dem Pfarrgemeinderat, den beiden Pfarrern Abbé Makaba Corneille Mbadu und Stefan Oberst, dem Ortsvorsteher Hans-Peter Weiler, den Vertretern der Ortsgemeinde und auch Bürgermeister Hans Joachim Kosubek als Vertreter der Stadt Worms. Auch im weiteren Verlauf seiner Grußworte wurde deutlich, wie viele Menschen sich mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung in die Entstehung von Haus St. Sebastian eingebracht haben. Georg Diederichs Dank galt insbesondere Diözesanadministrator Prälat Dietmar Giebelmann, l, den Architekten Jörg E. Deibert und Thomas Horn für Planung und Ausführung und auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in der Planung und nun in der Organisation der Einrichtung mitgearbeitet haben und mitarbeiten. Seinen Dank drückte er auch gegenüber dem Deutschen Hilfswerkfür die Mitfinanzierung in Höhe von 300.000 Euro aus und ebenso der mit finanzierenden Sparkasse Worms-Alzey-Ried.

"Lad viele Alte ein ins Haus..."

Das nach der Begrüßung von allen gemeinsam gesungene Lied "Komm bau ein Haus" brachte in wenigen Worten zum Ausdruck, was den vielen Mitwirkenden an diesem Projekt ein Herzensanliegen ist: "Lad viele Alte ein ins Haus, bewirte sie bei unserm Baum lass sie dort frei erzählen von Kreisen, die ihr Leben zog..."

Nach der Segnung durch Diözesanadministrator Prälat Dietmar Giebelmann, begleitet von Liedern der indischen Schwestern Visitation of Alleppy, die hier in St, Sebastian auch für die Menschen da sein werden, rundete deshalb das Einpflanzen eines von Architekt Deibert gespendeten Apfelbaumes im Innenhof die Einweihungsfeier ab.

Es ist soweit - die Umzugswagen können kommen.

Wo und wie will ich leben, wenn ich älter werde? Wer wird sich um mich kümmern, falls ich Betreuung und Pflege brauche? Kann ich es verkraften, mein vertrautes zu Hause zu verlassen? Wie würde ich mich in einer neuen Umgebung fühlen...?

Es ist für kaum jemanden einfach, sich diese Fragen zu stellen. Viele Menschen schieben sie lange vor sich her. Finden wir schließlich doch den Mut, uns ihnen zu stellen, dann oft voller Wehmut und Trauer.

"Beim Caritasverband sind wir uns sehr bewusst darüber, wie schmerzhaft und schwierig diese Fragen für Seniorinnen und Senioren sind", sagt Fachbereichsleiterin Sabine Locht.   "Umso mehr hoffen wir, mit dem Konzept von St. Sebastian den Wünschen der Menschen nach möglichst viel Vertrautem zu entsprechen."

Denn hier, mitten im Ortskern von Worms-Abenheim, gleich neben der Kirche, sollen Menschen möglichst eng mit ihrem bisherigen Alltag verbunden bleiben. Es war der Wunsch der Gemeinde Abenheim, in enger Abstimmung mit dem Caritasverband Worms e.V. als Träger dieses Wohnangebot zu entwickeln und zu verwirklichen. Engagiert mitgewirkt hat in diesem Prozess auch die Pfarrgruppe Herrnsheim-Abenheim mit ihrem Pfarrer Abbé Makaba Corneille Mbadu.

Sabine Locht: "Die Transparenz und Durchlässigkeit des Gebäudes wird viele Möglichkeiten bieten, ins Gespräch zu kommen - aber eben nur, wenn man das auch möchte."

Für Senioren aus der Umgebung, die zu Hause wohnen, bietet der Caritasverband Betreuung und ambulante Angebote, für die gesamte Gemeinde kulturelle Veranstaltungen, für die die lichten Aufenthaltsräume mit Blick auf die Kirche und den zentralen Innenhof einen stimmungsvollen Rahmen bieten.

Doch bei allen konzeptionellen Stärken und aller architektonischen Kreativität und Kompetenz: Die Beteiligten wissen, dass es letztendlich von den Menschen abhängt, ob sich dieser Ort wirklich zu einem der Begegnung entwickeln wird. Diözesanadministrator Giebelmann bekräftigte in seiner Predigt im Gottesdienst: "…Die Einweihung ist auch ein Bekenntnis: Wir sorgen uns um Menschen. Menschenliebe, Nächstenliebe und Gottesliebe sind unser Bekenntnis. Wir helfen Menschen zu leben. Durch die Taten der Liebe bekennen wir unseren Glauben. Damit ist Caritas Kirche, eine Wesensäußerung der Kirche. Gottesdienst feiern, unser Bekenntnis sprechen und mit der Einweihung zeigen, dass Caritas sich um die Menschen sorgt."

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