Verband
Gründung des Verbandes Im November 1925 wurde der Caritasverband Worms gegründet. Die ersten Mitglieder waren der Elisabethenverein und der Vincenz-Verein, alle weiteren katholischen Vereine schlossen sich an. Zum ersten Vorsitzenden wurde Domprobst Georg Daus gewählt.

Der Zweck des Verbandes ist nach der Satzung, „den Geist tätiger Nächstenliebe zu stärken, auszubreiten und zu vertiefen“ und „die Werke der Caritas in Worms planmäßig zu fördern und zu pflegen“.

Entschiedener Aufbau trotz zunehmender Not:Die Ära Waldhelm
Zum Erreichen dieses Zweckes wurde ein „Caritas-Sekretariat“ in der Ludwigstraße 10 eingerichtet, das Kaplan Jakob Wendelin Malchus führte. Von 1928 bis 1934 war Kaplan Philipp Waldhelm als Leiter des Caritas-Sekretariats unermüdlicher Motor des Aufbaus der Caritasarbeit. Der Verband erlebte seine erste Blütezeit in der von hoher Arbeitslosigkeit und zunehmender Verarmung gekennzeichneten Zeit.

35 Jahre die Caritas geprägt: Wilhelm Lahr
1958 wurde Wilhelm Lahr zum Caritasrektor und später zum Caritasdirektor in Worms ernannt. Er leitete und prägte den Verband 35 Jahre lang. Eine erste Sorge galt dem Altenheim im Burkhardhaus. Dieses wurde umgebaut und erweitert, ein großer Saal und eine Kapelle kamen hinzu.

Antwort auf neue Nöte
Die 1960er Jahre brachten viele Umbrüche mit sich. Der Wohlstand nahm zu, zog dabei aber auch viele neue soziale Nöte nach sich, denen sich die Caritas unter Lahrs Leitung stellte. Als zunehmend mehr „Gastarbeiter“ kamen, wurden die ersten Beratungsangebote durch italienische und spanische Sozialberater abgesprochen und eine Sozialberatung für ausländische Arbeitnehmer aufgebaut.

Auf Waldhelms Betreiben hin wurde der Ortscaritasverband Worms am 3. Februar 1928 beim Amtsgericht ins Vereinsregister eingetragen.

Eine Gemeindeschwester, eine Bürokraft und ein Wohlfahrtspfleger standen Waldhelm zur Seite. Der Verband richtete in der Seminariumsgasse 3 das Caritas-Sekretariat ein. Er unterstützte die Pfarreien, die Vinzenz- und die Elisabethenkonferenz in ihrer Sorge für die „Ortsarmen“, organisierte Aufenthalte für erholungsbedürftige Kinder, wirkte bei der örtlichen Erholungsfürsorge für Kinder mit und wurde bei der Stellenvermittlung von Mädchen tätig. Eine Zusammenarbeit mit dem Vormundschaftsgericht und den Jugendämtern bahnte sich an. Rat und Vermittlung des Caritasverbandes waren in vielerlei Hinsicht gefragt, beispielsweise bei der Altershilfe und der „Trinkerrettung“. Ausgelöst durch die Weltwirtschaftskrise 1928 wuchs die Not der Menschen ins Unendliche. Mit unermüdlichem Optimismus organisierte Waldhelm vielfältige Hilfen. Ihm war wichtig, das Bewusstsein wachsen zu lassen, dass Caritas unverbrüchlich zur Kirche gehört. Caritassonntage wurden mit Gottesdiensten und geselligen Veranstaltungen in den Gemeinden begangen. Das neue Medium Film wurde genutzt, um die Anliegen des Verbandes und die Notwendigkeit, durch Teilen Menschen zu helfen, zu vermitteln.

Da die Not stetig wuchs, richtete Waldheim 1931 eine Caritasküche in der Seminarstraße 1 ein, wo Bedürftige verbilligte Mahlzeiten erhielten. Diese Armenspeisung, die stetig mehr Bedürftigen in Anspruch nahmen, wurde im Verbund der „Wormser Nothilfe“ mit weiteren wohltätigen Organisationen durchgeführt. Auch Kleidung, Lebensmittel und Brennmaterial wurden gesammelt und an Bedürftige – etwa ein Drittel der Wormser Bürger zählte dazu - verteilt. Als Antwort auf die hohe Arbeitslosigkeit richtete Waldhelm 1931 „Erwerbslosen-Nachmittage“ ein.  Für arbeitslose Jugendliche gab es ab 1933 die „Katholische Kameradschaft“, die junge Menschen zusammenführen und ihnen Bildungsmöglichkeiten eröffnen sollte.

Ab 1931 wurde in dem bei der Reichsbahn gemieteten „Haus Morgenstern“ in der Liebenauer Straße 8 eine Herberge für Durchwanderer aller Konfessionen und Nationalitäten angeboten.

Nicht aufzuhalten: Der Niedergang
Waldhelms Nachfolger wurde 1934 Herr Dr. Oberstaller und nach dessen Unfalltod im Dezember des gleichen Jahres Herr Franz. Die Zeit des Aufbaus war vorbei, da die Caritas durch die an die Macht gekommenen Nationalsozialisten zunehmend unter Druck geriet und in ihren Möglichkeiten beschnitten wurde. Als 1942 Caritassekretär Franz verstarb, kam die Arbeit der organisierten Caritas weitgehend zum Erliegen.

Neubeginn nach dem Krieg
Nach Kriegsende lebte die Arbeit des Caritasverbandes in Worms schnell wieder auf. Der Verband stellte sich der Not der Menschen und half mit, den Hunger zu bekämpfen und die Folgen von Flucht und Vertreibung, von Um- und Aussiedlung zu bewältigen oder wenigstens zu mildern.

Am 1. Oktober 1945 eröffnete der neu ernannte Caritasrektor Rudolf Glückert in einem Hinterhaus in der Hagenstraße ein Caritas-Büro. Im Jahr darauf erfolgte der Zusammenschluss mit anderen Wohlfahrtsverbänden zum „Hilfswerk Worms“, wodurch ausgebombten Familien beachtliche Zuwendungen gemacht werden konnten. Für Kriegsgefangene fanden Kleidersammlungen statt, für Bedürftige Lebensmittelsammlungen. Die Tätigkeit der Bahnhofsmission wurde wieder aufgenommen, die Verschickung erholungsbedürftiger Kinder in Heime des Verbandes begann erneut.

Zum 1. Oktober 1947 erfolgte der Umzug des Wormser Caritasverbandes in das heutige Burkhardhaus in der Berggartenstraße, das zunächst gemietet und 1961 gekauft wurde. 1949 eröffnete der Verband dort ein Altenheim, nach 1952 daneben eine hauswirtschaftliche Förderklasse und 1957 zusätzlich eine Förderklasse für Spätaussiedler, die zu einer Förderschule für spät ausgesiedelte Mädchen ausgebaut wurde. In Osthofen engagierte sich der Caritasverband Worms im Landesdurchgangswohnheim zunächst für Flüchtlinge und Heimkehrer, anschließend für Aus- und Umsiedler.

35 Jahre die Caritas geprägt: Wilhelm Lahr
1958 wurde Wilhelm Lahr zum Caritasrektor und später zum Caritasdirektor in Worms ernannt. Er leitete und prägte den Verband 35 Jahre lang. Eine erste Sorge galt dem Altenheim im Burkhardhaus. Dieses wurde umgebaut und erweitert, ein großer Saal und eine Kapelle kamen hinzu.

Antwort auf neue Nöte
Die 1960er Jahre brachten viele Umbrüche mit sich. Der Wohlstand nahm zu, zog dabei aber auch viele neue soziale Nöte nach sich, denen sich die Caritas unter Lahrs Leitung stellte. Als zunehmend mehr „Gastarbeiter“ kamen, wurden die ersten Beratungsangebote durch italienische und spanische Sozialberater abgesprochen und eine Sozialberatung für ausländische Arbeitnehmer aufgebaut.

Das Beratungsangebot der Caritas wurde aufgegliedert. Eine Arbeitsstelle „Sozialer Brennpunkt“ wurde 1973 außerhalb der Zentrale in der Körnerstraße eingerichtet, eine Spiel- und Lernstube folgte, die bald auch zusätzliche Aufgabenhilfe für ausländische Kinder anbot. 1979 wurde in der Körnerstraße eine Beratungsstelle für psychisch Kranke eröffnet, die durch einen Freizeitclub und eine Wohngruppe ergänzt wurde. Die Brennpunktarbeit wurde seit 1988 im Stadtteilbüro Nordend weitergeführt, das im Radgrubenweg sein Domizil fand und sich als Stadtteileinrichtung für Beratung und Gemeinwesenarbeit verstand. Für die Spiel- und Lernstube wurden Räume am Holzhof gefunden, wo es neben der Hausaufgabenbetreuung auch Gruppen- und Freizeitangebote für Jugendliche und Eltern gab. 1974 bereits wurde eine Beratungsstelle für Suchtkranke eröffnet, die im Lutherring ebenso ein festes Domizil fand wie die Ausländerberatung und die 1992 eingerichtete Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle. Bei der Zentrale im Burkhardhaus verblieben ist die "Allgemeine Lebensberatung", der schon 1976 eine Beratungsstelle für schwangere Frauen in Not- und Konfliktsituationen angegliedert wurde. Ergänzt wurden die Beratungsdienste um den 1993 gegründeten Betreuungsverein, der ehrenamtliche Betreuer unterstützt und selbst gesetzliche Betreuungen führt.

1980 richtete die Caritas in Worms eine Asylantenberatungsstelle ein. 1982 übernahm sie vom Diözesancaritasverband die Beratungsstelle für Aussiedler im Lager Osthofen.

Leonhard Veith Vorsitzender von 1968 bis 2002
Als Nachfolger des verstorbenen Josef Adams, zugleich Propst am Dom zu Worms, wurde Dekan Leonhard Veith, Pfarrer von Liebfrauen, nach Wahl durch den Caritasrat am 1. Februar 1968 von Bischof Hermann Volk zum Vorsitzenden des Caritasverbandes Worms ernannt. Er trug seitdem bis 2002 die letzte Verantwortung für die Entwicklung des Verbandes, die weiterhin von Lahr, später von Georg Diederich als Geschäftsführer wesentlich mitgeprägt wurde.

Erste Sozialstation der Bundesrepublik
Die bundesweit erste Sozialstation St. Lioba wurde in Worms am 1. Oktober 1970 eröffnet. Es war dies eine Antwort auf die zurückgehenden Ordensberufe, die bis dato die häusliche Krankenpflege weitgehend wahrgenommen hatten. Entwickelt wurde das neue Modell einer Zusammenarbeit von Ordens- und Laienschwestern in einem Team von den beiden Referentinnen für Krankenpflege der Diözesancaritasverbände in Freiburg und Mainz, Marta Belstler und Gertrud Skowronski. In Worms erstmals verwirklicht werden konnte das Modell, weil der Orden der damals in Worms stark vertretenen Bühler Schwestern sich besonders aufgeschlossen dafür zeigte und Heiner Geißler, Sozialminister in Rheinland-Pfalz, ein starker Befürworter war. Wilhelm Lahr übernahm von Anfang an die Geschäftsführung der ersten Sozialstation der Bundesrepublik – eines Modells, das zum Urbild aller Sozialstationen wurde. In Worms wird die Sozialstation von einem eigens gegründeten "eingetragenen Verein" getragen, der bald um die 1000 Mitglieder zählte.

Auf 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewachsen
Als Lahr 1958 die Verantwortung als Geschäftsführer für den Wormser Caritasverband übernommen hatte, fand er zwei Mitarbeiterinnen vor. Die Verantwortung für rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - unter ihnen auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sozialstation - übergab er am 1. September 1993 an seinen Nachfolger Georg Diederich.

Georg Diederich entwickelte Caritas mutig weiter
Als Caritasdirektor setzte Diederich das Werk seines Vorgängers in guter Partnerschaft mit Leonhard Veith als Vorsitzendem mutig fort in eine bewegte Zeit. Unter seiner Geschäftsführung fand der Caritasverband Worms eine dauerhafte Lösung des Altenheimproblems. Es blieb im Burkhardhaus, das durch einen Anbau erweitert, von Grund auf saniert und zum modernen Altenheim umgebaut wurde, das allen zeitgenössischen Ansprüchen an den Komfort gerecht wird. Dazu mussten die bis dato im Burkhardhaus untergebrachten Dienststellen des Caritasverbandes umgesiedelt werden. Sie fanden beim Caritas-Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Marien im Willy-Brandt-Ring vorübergehend Unterkunft. Der Caritasverband kaufte das ehemalige Arbeitsamt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Burkhardhaus und baute es zum Haus St. Elisabeth um. Dort fanden die Zentrale des Wormser Caritasverbandes und einige Beratungsdienste angemessene Räume. Im – bequem mit Fahrstuhl erreichbaren – oberen Geschoss des Hauses St. Elisabeth wurden mehrere komfortable Appartements eingerichtet und an Menschen vermietet, die selbständig leben wollen, denen aber an einer gewissen Betreuung gelegen ist.

Die Einweihung des neuen Caritashauses nahm im Februar 2002 Kardinal Karl Lehmann vor, der dabei auch - nach 34 Jahren in der Verantwortung - Leonhard Veith als Vorsitzenden des Wormser Caritasverbandes verabschiedete und Dekan Manfred Simon zu seinem Nachfolger ernannte.

Armutsbekämpfung zum Thema gemacht
Soziale Ausgrenzung bewusst zu machen und Maßnahmen gegen Armut zu entwickeln ist ein Kernelement des Caritashandelns in Worms. Auf Anregung der kirchlichen Wohlfahrtsverbände erfasst seit 1996 der Arbeitskreis Armut sozialräumlich ausgeprägte Disparitäten in Worms. Ein Ergebnis war der erste Wormser Armutsbericht, der die unterschiedliche Lebenslage in den Wormser Stadtteilen dokumentierte. Schon 1973 hatte sich der Caritasverband Worms im größten als Sozialem Brennpunkt eingestuften Wohngebiet engagiert. Mit der Spiel- und Lernstube am Holzhof und dem Stadtteilbüro Nordend bestehen heute zwei Einrichtungen, die in den letzten Jahren umfänglich saniert wurden. Aus dem Bedarf an beruflichen Integrationshilfen wurden in jüngster Zeit Qualifizierungsinitiativen im Umgang mit den neuen Medien und Unterstützung für Jugendliche zur Berufsfindung entwickelt. Im Rahmen der Bistumsinitiative „Netzwerk Leben“ wurden Maßnahmen zur beruflichen Perspektivenbildung von Frauen in die Wege geleitet, um die Abwärtsspirale in die Armut zu durchbrechen.

WOP und weitere Eingliederungs- und Qualifizierungsbetriebe
Es fehlt nicht an Arbeitswillen, sondern an Gelegenheiten dazu. Aus dieser Idee entstanden das Wormser Arbeitslosen Projekt WOP und weitere Eingliederungs- und Qualifizierungsbetriebe wie Zack und IQW (Innovations- und Qualifizierungszentrum des Caritasverbandes Worms). Im WOP hat der Caritasverband Worms mit Unterstützung der Bundesanstalt für Arbeit 1995 zwölf und – wegen des guten Erfolges - bald darauf noch einmal zusätzlich 24 Arbeitsplätze in den Bereichen Baudekoration, Garten- und Landschaftsbau, Metall- und Öko-Bau für Langzeit-Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger geschaffen. Sie sollten Aufträge von Kommunen und gemeinnützigen Organisationen ausführen und darüber hinaus tätig werden, um das eigene Wohnumfeld vor allem im Nordend zu verschönern. Wegen veränderter Förderpolitik musste das Projekt trotz des guten Erfolgs zurückgefahren werden. Das WOP ist heute insbesondere mit dem Möbelhaus im Einsatz, das gut erhaltene gebrauchte Möbel als Spenden entgegennimmt oder abholt und günstig weiterverkauft.

Im Projekt „Zack“ werden Computer, die von der Wirtschaft und Gewerbe ausgemustert wurden, durch Arbeitslose umgerüstet und Schulen wie Kindergärten kostenlos zur Verfügung gestellt. Unter entsprechende Anleitung qualifizieren sich die arbeitslosen Menschen in einem Berufszweig, in dem noch Nachfrage nach Arbeitskräften besteht. Zack und WOP bieten nun mit neuen rechtlichen Kriterien für die beschäftigten Menschen unter dem neuen „Markt- und Service-Center“ in der Mainzer Straße gemeinsam ihre Dienste an.

Das IQW bietet modulare Weiterbildungskurse in den beiden Bereichen „Hotel- und Gaststättenwesen“ sowie „Kaufmännisches Wissen und Elektronische Datenverarbeitung (EDV)" für Menschen an, die einen Berufseinstieg finden oder ihre Arbeitslosigkeit zur Neuorientierung nutzen wollen. Dabei wird das IQW von der Agentur für Arbeit unterstützt und arbeitet eng mit ihr zusammen. Das IQW verfügt in der Wormser Innenstadt über eine mit entsprechenden EDV-Geräten ausgestattete Übungsfirma und ein Übungsrestaurant.

Auch Caritas-Druckerei Mainz gehört zu CariServ
Die Eingliederungs- und Qualifizierungsbetriebe des Caritasverbandes Worms wurden inzwischen unter dem Dach der eigens gegründeten  CariServ gGmbH zusammengefasst, zu der seit Anfang 2005 auch der älteste Eingliederungsbetrieb in der Diözese Mainz, die Caritasdruckerei in Mainz-Mombach, gehört.

Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Marien
1996 übernahm der Caritasverband Worms von den Bühler Schwestern die Trägerschaft des Kinder- und Jugendheims St. Marien in Worms und entwickelte es gemäß einer 2001 erfolgten Umbenennung zum Kinder- und Jugendhilfezentrum weiter. Nach eineinhalbjährigem Umbau und Sanierung bietet die 42 Plätze umfassende Einrichtung unter Leitung der heutigen Caritasdirektorin Margret Mayer ein differenziertes Hilfeangebot in drei Wohn- und zwei Tagesgruppen sowie weitere ambulante Angebote für Kinder und Jugendliche, deren Erziehung und Entwicklung aus verschiedensten Gründen einer pädagogischen Stützung bedarf. Inzwischen werden mehr Kinder und Jugendliche ambulant betreut als im Haus wohnen. Das würdigte bei der Einweihung nach dem Umbau im Juni 2003 auch die rheinland-pfälzische Sozialministerin Malu Dreyer. Als gelungen bezeichnete sie das unter Federführung des Kinder- und Jugendhilfezentrums in enger Zusammenarbeit mit dem Jugendamt Worms durchgeführte Modellprojekt für Rheinland-Pfalz einer „stationären Familienbetreuung“:

Psycho-soziales Zentrum „Haus Jona“
Dass auch in Zeiten knapper Kassen soziale Arbeit noch nach den Erfordernissen von Menschen gestaltet werden muss, die Hilfe brauchen, hat der Caritasverband Worms bis in die jüngste Zeit bewiesen. Anfang 2004 wurde das Psycho-soziale Zentrum „Haus Jona“ eingeweiht. Es bietet einen idealen Rahmen für die Beratung für Psychisch Kranke, die neu mit der Beratung für Suchtkranke zusammen geführt wurde. Neben den Beratungsbüros und Gemeinschaftsräumen sind im Haus auch eine Tagesstätte für psychisch Kranke sowie 13 Wohnappartements für Menschen untergebracht, die nicht alleine wohnen können oder wollen.

Wohnen für demenzkranke Menschen
Und auch einem weiteren drängenden gesellschaftlichem Problem stellt sich der Caritasverband Worms mit Mut und Entschlossenheit: Der Anteil der demenzkranken Menschen an der Bevölkerung nimmt zu. Der Caritasverband Worms baut derzeit das ehemalige Gebäude der Katholischen Hochschulgemeinde, zu dem auch ein großer Park gehört, zu einem Heim um, in dem künftig Demenzkranke in Anwendung neuer Methoden angemessen betreut leben können.

Mit veränderten Strukturen neu aufgestellt
Auch der Caritasverband Worms nahm an der Vereinsreform und den Strukturveränderungen teil, denen sich in der Diözese Mainz das gesamte Caritasverbandssystem in den Jahren 2002 bis 2004 unterzogen hat. Basisorgan ist die Vertreterversammlung, der Vertreter der Pfarrgemeinden und der Caritas-Mitglieder im Bereich von Worms und Teilen des Landkreises Worms-Alzey angehören, sowie Vertreter der Sozialstation, die wie die Pfarrgemeinden korporatives Mitglied des Caritasverbandes Worms ist.  Die Vertreterversammlung wählt den ausschließlich hauptamtlichen Vorstand, der dann noch vom Bischof von Mainz ernannt werden muss. Weiterhin wählt sie den Aufsichtsrat, der den Vorstand zu kontrollieren hat, und macht Vorschläge für den Aufsichtsratsvorsitzenden, der wiederum vom Bischof von Mainz ernannt wird. Dem  Vorstand gehören in Worms Caritasdirektor Georg Diederich und Caritasdirektorin Margret Mayer an. Diederich ist Vorstandsvorsitzender. Zum Aufsichtsratsvorsitzenden wurde Dekan Monsignore Manfred Simon ernannt, zugleich Pfarrer der Wormser Liebfrauengemeinde. Während die Vertreterversammlung die Schwerpunkte der Entwicklung des Verbandes festlegt, kontrolliert der Aufsichtsrat die Geschäftsführung des Vorstandes.