Gleichaltrigen in Krisen helfen
Suizidprävention [U25] im Bistum Mainz gestartet - und in Worms
![Mehrere bunte Informationskarten des Projekts U25 zur Online-Suizidprävention liegen auf einem Tisch. Auf einer gelben Karte steht „Du bist gefragt [U25]“. Im Vordergrund liegt eine weiße Karte mit handgeschriebenem Text: „#Du bist mir wichtig“, wobei „mir“ rot hervorgehoben ist.](http://cdn3.carinet.de/cms/contents/caritas-worms.de/medien/bilder/u25-online-suizidpra/2025-11-18_pm_u25-suizidpraevention_psz_cv-worms_1_kl_v2.jpg?w=300&h=300&s=Fit&e=y&k=y&c=-1)
Mainz/Worms. Die Online-Suizidprävention [U25] der Caritas im Bistum Mainz ist am Mittwoch offiziell an den Start gegangen. "Mit den drei Standorten in Mainz, Worms und Rüsselheim investieren wir bewusst in die Unterstützung junger Menschen in Krisen und leisten damit einen Beitrag zum Lebensschutz", sagte Diözesancaritasdirektorin Nicola Adick bei der Eröffnungsveranstaltung in Mainz. Gemeinsam mit ihrer Vorstandskollegin Regina Freisberg gab sie das Startsignal im Beisein von Ministerpräsident Alexander Schweitzer, der eine Botschafterrolle übernahm, sowie von Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa und der Bevollmächtigten des Generalvikars im Bistum Mainz, Stephanie Rieth.
In Worms läuft [U25] bereits. Gemeinsam mit Caritasdirektorin Ulrike Kunz (rechts) und PSZ-Fachbereichsleiterin Anja Jäger (links) sowie Psychologin Claudia Haug (Mitte), die das Projekt betreut, nahmen die ersten beiden Peers am offiziellen Auftakt im Bistum Mainz teil. Weitere junge Menschen, die sich in der Online-Suizidprävention engagieren wollen, sind herzlich willkommen.© Caritasverband Worms e.V.
Die Ausbildung der ehrenamtlichen jungen Peers, die Gleichaltrigen online zur Seite stehen wollen, hat bereits angefangen. In Worms haben sich zwei junge Frauen gefunden, die sich bei [U25] in der Nibelungenstadt engagieren wollen. Derzeit werden sie von Psychologin Claudia Haug ausgebildet; zu ihr haben sie dann auch während ihrer Mailberatungen und Fortbildungen immer engen Kontakt. "Wir freuen uns sehr, dass wir dieses Angebot als Caritas in Worms machen können. Jungen Menschen in Krisen zu helfen, geht uns alle an. Mit [U25] können wir konkret etwas tun - und im Ernstfall damit Leben retten", sagt Caritasdirektorin Ulrike Kunz. In ihren Vorstandsbereich fällt das Psychosoziale Zentrum (PSZ) in Worms, wo das Angebot angesiedelt ist. "Gerne können sich noch weitere junge Menschen bei uns melden, die sich als Peers engagieren wollen - wir würden uns freuen", ergänzt PSZ-Fachbereichsleiterin Anja Jäger.
"Als Caritasverband für die Diözese Mainz und gemeinsam mit dem Bistum Mainz stemmen wir den Aufbau des Angebots zunächst aus Eigenmitteln", erklärte Diözesancaritasdirektorin Freisberg. "Ziel ist es, die drei neuen Standorte ab 2028 wie die anderen [U25]-Standorte auch über Bundesmittel zu finanzieren und damit langfristig zu sichern."
Ministerpräsident Alexander Schweitzer betonte als Botschafter: "Mir geht es darum, dass junge Menschen in Krisenzeiten nicht allein bleiben. Genau hier setzt die Caritas-Online-Suizidpräventionsberatung an: Junge Menschen beraten junge Menschen, auf Augenhöhe, niedrigschwellig und digital. Das ist ein Ansatz, der mich persönlich überzeugt. [U25] zeigt, was qualifiziertes Ehrenamt leisten kann."
Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa erinnerte daran, dass Suizid die häufigste Todesursache bei jungen Menschen sei. Das [U25]-Präventionsangebot spreche gezielt diese Altersgruppe an. Sie freue sich sehr, dass die Caritas mit diesen Neugründungen das Peer-to-Peer-Beratung für suizidgefährdete junge Menschen bundesweit auf 14 Standorte ausweiten konnte. Dringend appellierte sie gleichzeitig an die Bundesgesundheitsministerin, das angekündigte Suizidpräventionsgesetz zeitnah fertig zu stellen: "Das Gesetz muss die notwendige rechtliche Grundlage für verlässliche zielgruppenspezifisch ausgestaltete Suizidprävention für ältere ebenso wie für junge Menschen schaffen und dabei der Methodenrestriktion die gleiche Aufmerksamkeit schenken wie verbesserten Zugängen zu psychosozialer Beratung", so Caritaspräsidentin Welskop-Deffaa.
Hintergrund:
Die [U25] Online-Suizidprävention der Caritas Deutschland bietet jungen Menschen in Krisen seit 2001 eine niedrigschwellige, kostenlose und vertrauliche Online-Beratung. Dieses Unterstützungsangebot wurde an bisher elf, nun 14 Standorten geleistet. Im vergangenen Jahr wurden bundesweit etwa 1.700 junge Menschen begleitet. Weitere Informationen zur U25 Online-Suizidpräventionsberatung in Worms gibt es unter www.caritas-worms.de/u25 sowie zum bundesweiten Angebot unter www.u25-deutschland.de.