Birnbaumblüten© Rainer Sturm / pixelio.de
Verwundert waren alle allerdings, als sich am Mittwoch, 2. Mai - statt der Menschen, die besonders eingeladen waren - nur einige wenige Mitfeiernde einfanden, die fast allesamt aus dem Bereich Pflege und Betreuung der Zielgruppe kamen.
Natürlich wurde beim anschließenden Beisammensein der Frage nachgegangen, woran das wohl gelegen haben könnte.
Einige sagten - dass es erst sehr spät in der Zeitung stand, andere regten an, es künftig in den Pfarrmitteilungen präziser anzukündigen und der Aspekt, es könnte jemandem vielleicht unangenehm sein, als Mensch mit Demenz gesehen zu werden, kam mit in die Überlegungen.
Die Martinskirche bot einen wunderbaren Rahmen, der mitgebrachte echte Birnbaum war mit Schmetterlingen und liebevoll gestalteten Blumen geschmückt. Die Teilnehmenden durften je eine mitnehmen. "Da ist Liebe drin", äußerte sich Edelgard Gardt, als Frau Franzke von den Maltesern die Blumen verteilte.
Interessanterweise war die Ankündigung des Gottesdienstes zum Psalm 1 mit dem Bild des Baumes bei Zeitung und Rundfunk auf Interesse gestoßen, was darauf schließen lässt, dass das Angebot an sich in die richtige Richtung geht. Es sind nämlich nicht wenige, sondern viele Menschen, die im Alter unter dem Rückgang ihrer Fähigkeiten leiden.
Eine davon ist die Merkfähigkeit und das Erinnerungsvermögen im Kurzzeitgedächtnis. Dies beeinträchtigt die Teilhabe an vielen gesellschaftlichen Angeboten erheblich. Die Überschrift des ankündigenden Artikels in der Wormser Zeitung "Der Glaube bleibt im Gedächtnis" drückte sehr schön aus, dass es darum geht, zu bewahren und aufzugreifen, was den Menschen ihr Leben lang wichtig war: in Gemeinschaft mit anderen zur Ehre Gottes zu singen, zu beten, Texte aus der Bibel zu hören, zu danken und eingebettet zu sein in der Zuversicht auf die Liebe Gottes.
Deshalb ist das gottesdienstliche Angebot entstanden "am Leben teilhaben - mit allen Sinnen".
Die Erfahrung, die Edelgard Gardt bei der Feier solcher Wortgottesdienste in der Altenhilfe der Caritas Worms bereits seit 4 Jahren gesammelt hat, ist Grundlage für die inhaltliche Gestaltung.
Die Verantwortlichen des Malteser Hilfsdienstes Worms, Frau Herda mit ihrem Team haben sich mit ihr zusammengetan, um in einer der Wormser Innenstadtkirchen 2x jährlich eine solche Gottesdienstform anzubieten.
Die Gemeinden Dom und St. Martin haben bereitwillig dafür die Martinskirche geöffnet. Gefreut haben sich alle, dass Pfarrer Max Wagner vorbeigeschaut und den wunderschönen Innenhof für das anschließende Beisammensein zur Verfügung gestellt hat.
Um den ökumenischen Charakter des Gottesdienstangebotes hervorzuheben, war schon im Blick, abwechselnd in St. Martin und in der Dreifaltigkeitskirche zusammenzukommen. Pfr. Volker Fey hat das im Anschluss an das ökumenische Friedensgebet am 01. Mai angeregt und bestärkt.
Angedacht ist der 13. September nachmittags. Es ist noch mit den beiden Kirchenverantwortlichen, Propst Tobias Schäfer und Pfarrer Volker Fey zu klären, ob dem kein anderer Termin entgegensteht.
Alle äußerten sich überzeugt, dass es auf jeden Fall wieder einen solchen Gottesdienst geben sollte.
Eingeladen dazu sind, neben den Menschen mit einer demenziellen Veränderung und deren Angehörige, all jene, die "mit allen Sinnen am gottesdienstlichen Leben teilhaben" möchten.