Miron Zeitler war für fünf Tage in Worms und der Region unterwegs, um sich mit Führungskräften aus Verwaltung, Tourismus und Wirtschaft auszutauschen. Diese Gelegenheit nutzte er, um sich im CaritasCentrum St. Vinzenz für die Unterstützung aus der Nibelungenstadt zu bedanken.
Caritasdirektor Lars Diemer (links), Fachbereichsleiter Eric Niekisch (rechts) und Beata Juschak, Mitarbeiterin im Migrationsdienst und gleichzeitig bei Ukraine-Hilfe-Worms e.V. aktiv, empfingen Miron Zeitler im Rahmen seines Worms-Besuchs im CaritasCentrum St. Vinzenz. © Caritasverband Worms e.V./Sandra König
2.600 Männer aus Boryslaw seien aktuell im Kriegseinsatz, 153 Soldaten seien gefallen, 40 schwerverletzt zurückgekehrt, mit oft bleibenden Schäden durch Amputationen oder Kopfverletzungen, dazu kommen zahlreiche Vermisste und Männer in Kriegsgefangenschaft: Die Bilanz, die Boryslaw nach über vier Jahren russischem Angriffskrieg zieht, ist verheerend. Dazu kommen Hunderte von Binnenflüchtlingen, die von den Kampflinien aus in der Region Schutz suchen - und eine Hyperinflation, die es selbst gutbetuchten Ukrainer:innen schwer macht, ihre Landsleute über einen so langen Zeitraum noch selbst zu unterstützen, erläuterte Miron Zeitler.
Entsprechend dankbar zeigte sich der stellvertretende Bürgermeister über die regelmäßige Hilfe, die aus der Nibelungenstadt ihren Weg nach Boryslaw findet. "Oft fehlt es den Menschen am Nötigsten, vor allem an Hygieneprodukten wie Windeln", berichtete der stellvertretende Bürgermeister, in dessen Bereich neben den sozialen Aufgaben auch Bildung, Wirtschaft und Tourismus liegen. "Wir sind sehr froh und dankbar, dass Sie uns nicht vergessen", so Zeitler.
Caritasdirektor Lars Diemer gab den Dank seinerseits zurück und betonte, wie wichtig es dem Verband sei, zu helfen und die Menschen in Boryslaw auch weiterhin zu unterstützen. Durch den persönlichen Kontakt würden die verheerenden Auswirkungen des russischen Angriffskrieges auf die Menschen viel greifbarer und berührten umso mehr. "Das ganze Leid, das der Krieg verursacht, macht tief betroffen", so Diemer.
Der Caritasdirektor zeigte sich bei dem Gespräch sehr interessiert an der konkreten Arbeit der Caritas vor Ort, der sozialen und wirtschaftlichen Lage in Boryslaw und den Strukturen, auf die Helfer:innen bauen können. Auch Fachbereichsleiter Eric Niekisch, in dessen Bereich die Migrationsdienste und die Ukrainehilfe fallen, hatte viele Fragen an Miron Zeitler. "Für uns war direkt bei Kriegsausbruch klar, dass wir helfen werden", so Caritasdirektor Diemer - und das werde man auch weiterhin in Zusammenarbeit mit dem Verein Urkaine-Hilfe Worms e.V. tun.