Worms. Seit 25 Jahren kümmern sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Caritasverbands Worms im Psychosozialen Zentrum (PSZ) um Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Am Donnerstag, 21. September, wurde das Jubiläum mit Gästen, Klient:innen und Mitarbeiter:innen groß gefeiert. Einen weiteren runden Geburtstag lieferte das Haus Jona mit seinem 20-jährigen Bestehen.

Caritasverband Worms e.V.
Händeschütteln, freudige Gesichter, angeregte Unterhaltungen füllten das Café "Gleis 7", in dem die Jubiläumsfeier des PSZ stattfand. Anja Jäger, als Fachbereichsleiterin zuständig für die Cari-tas-Einrichtung, begrüßte die Gäste, die nach einem Dankgottesdienst in der Martinskirche unter der Leitung von Propst Tobias Schäfer nun in der Renzstraße 3 zusammengekommen waren.
In ihrer Ansprache ging sie auf die Geschichte der Arbeit für und mit seelisch erkrankten Menschen in Worms ein, die beim Caritasverband 1974 mit der ersten Beratungsstelle für Suchterkrankte begann. 1979 entstand dann die Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle - die erste Anlaufstelle für Menschen mit psychischen Erkrankungen in der Stadt überhaupt. 1993 wurde die erste Wohngemeinschaft eingerichtet, bevor 1997 das Psychosoziale Zentrum zunächst in der Liebenauer Straße eingeweiht werden konnte. "Hier befanden sich eine Tagesstätte sowie ein intensiv betreutes Wohnen - damals ein Modellprojekt für Menschen, die nach ihrem Klinikaufenthalt eine intensive Betreuung benötigten. Es war Vorlage für viele weitere Einrichtungen dieser Art im Land", so Jäger, deren Dank nicht nur ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Ehrenamtlichen in ihrem Fachbereich galt, sondern auch ihrer Vorgängerin Yvonne Wehrheim, unter deren langjährigen Leitung diese Entwicklungen stattfanden.
2003 wurde das Haus Jona in der Gießenstraße eingeweiht, und 2014 konnte das PSZ dann in die neuen, größeren Räumlichkeiten in der Renzstraße umziehen - und sein Angebot unter anderem durch das Café "Gleis 7" ausbauen. Denn nach wie vor steige der Bedarf an Unterstützung und Betreuung weiter, betonte die Fachbereichsleiterin: Rund 50 Personen besuchten derzeit die Caritas-Tagesstätte, und 450 Menschen seien kontinuierlich an die Suchtberatung des Verbands angebunden. "Allein im letzten Jahr haben in unserer Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle 400 Beratungen stattgefunden", so Jäger.
Auf den steigenden Bedarf an Einrichtungen wie dem PSZ ging auch Caritasdirektorin Ulrike Kunz ein. Sie hob die Bedeutung solcher Angebote gerade in gesellschaftlich schwierigen Zeiten hervor - und kritisierte die geplanten Kürzungen im sozialen Bereich. "Für uns passt das nicht zusammen", sagte sie. "Daher werden wir das machen, was wir schon immer gemacht haben: Uns an die Seite der Menschen stellen, die sich mit ihren Fragen, Ängsten und Nöten an uns wenden", betonte Caritasdirektorin Kunz. Ihr Dank galt insbesondere den engagierten Mitarbeiter:innen im PSZ, aber auch im gesamten Verband, die sich mit großem Kraftaufwand und hohem Engagement dafür einsetzten, Leben zum Besseren zu verändern.
Diesem Lob schloss sich auch Oberbürgermeister Adolf Kessel an: "Im Psychosozialen Zentrum und im Haus Jona hört man zu, nimmt man ernst, kümmert sich professionell, unterstützt und gibt Hilfestellung. Sie leisten mit Ihrem Angebot wertvolle und unerlässliche Arbeit für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, die sicherlich nicht immer leicht ist", bescheinigte er dem Caritas-Team unter langanhaltendem Beifall der Gäste.
Viel Applaus erhielt auch die Band Help-to-Help unter der Leitung von Betreuer Michael Wessely, die den Empfang musikalisch umrahmte. Oberbürgermeister Kessel ließ es sich nicht nehmen, im Anschluss an den offiziellen Teil der Jubiläumsfeier einen Rundgang durch das PSZ zu machen. Im Obergeschoss konnte er vorab einen Blick auf die Werke von Marianne Seyl werfen, deren Ausstellung unter dem Titel "Terra" ab 5. Oktober in der Renzstraße 3 zu sehen ist. Kessel zeigte sich interessiert an den Beratungsangeboten sowie der räumlichen Ausstattung der Einrichtung und wagte sich auf den Rauschbrillen-Parcours, auf dem man verschiedene Stadien von Alkoholkonsum nachspüren konnte.
Dieses und weitere Angebote nutzten dann auch zahlreiche Gäste, die am Nachmittag eingeladen waren, das PSZ im Rahmen des Jubiläums zu erkunden. Neben Gesprächen mit den Mitarbeiter:innen erwartete sie ein Gewinnspiel in Form einer Rallye, die quer durch das Gebäude führte. Unter den Teilnehmer:innen wurden unter anderem Gutscheine für das Caritas-Café "Gleis 7" verlost, wo auch Besucher:innen der PSZ-Tagesstätte tätig sind. "Wir freuen uns, dass unser Jubiläum so gut angenommen wurde", sagte Fachbereichsleiterin Jäger. "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten hier jeden Tag aufs Neue einen wichtigen und wertvollen Dienst für die einzelnen Menschen, die zu uns kommen, aber auch für die ganze Gesellschaft."
Foto (honorarfrei, Caritasverband Worms):
Hoben die Bedeutung der Arbeit im Psychosozialen Zentrum des Caritasverbands Worms hervor (von links): Caritasdirektorin Ulrike Kunz, Fachbereichsleiterin Anja Jäger, Oberbürgermeister Adolf Kessel und Caritasdirektor Lars Diemer.