Osthofen, 05.11.2021.
1. Von Bäumen und altem Papier - Papier in unserem Alltag
Der Einstieg in das Projekt an Tag 1 hielt eine große Überraschung für mich bereit, denn die Kinder kannten sich schon sehr gut aus. Sie erklärten mir, dass Papier aus Holz gemacht wird und in Taschentüchern und Toilettenpapier enthalten ist.
Ihr Erstaunen war groß, als ich ihnen die Wespen als erste Papierproduzenten der Welt vorgestellt habe. Vorsichtig befühlten sie ein paar Waben und waren fasziniert von der Feinheit der Bauwerke.
Anhand von Fotos meines eigenen Versuches, Papier aus Holzspänen herzustellen, verfolgten sie den Weg vom Holz bis zum groben Papier und sortierten die Bilder entsprechend. Ein Stück des "Papiers" wurde herumgegeben und gefühlt.
© Caritasverband Worms e. V.
Die Kinder sahen nun das Bild eines gefällten Baumes und die Zerlegung in kleinere Stücke. Kommentare wie: "Schade" und "Ich möchte, dass der Baum wieder steht." Zeigten die Betroffenheit der Kinder.
Die Baumscheibe eines ca. 60 Jahre alten Baumes fesselte sie sehr. Nadeln in der Scheibe zeigten an, wie dick der Baum in ihrem Alter und wie viel dicker er in meinem Alter geworden war. Sie versuchten, die Baumscheibe mit ihren Armen zu umfassen, was keinem von ihnen gelang. Der zeitliche Zusammenhang zwischen Zeit und Dicke des Baumes konnte gut erfasst werden.
Bei einem Ausflug in einen nahen Gehölzstreifen spürten die Kinder, wie wohl sie sich unter den Bäumen fühlten und konnten das sehr gut zum Ausdruck bringen. In einer kurzen Stille konnten sie viele Vögel hören. Bei einem Suchspiel fanden sie viele Alltagsgegenstände aus Papier und Holz und einige wenige aus Plastik zum Vergleich. Die Gegenstände aus Holz wurden als angenehm in den Händen empfunden. Die Gruppe streifte gemeinsam durch den Gehölzstreifen und fühlte sich mitten im Abenteuer. Ohne die Bäume wäre es dort nicht so schön gewesen, war die einhellige Meinung.
Zum Abschluss wurden alle gefundenen Gegenstände noch einmal benannt und gemeinsam verstaut. Die Kinder waren mit Eifer dabei und nahmen ein gutes "Baumgefühl" mit nach Hause.
2. Von Bäumen und altem Papier - Bunte Vielfalt Papier
Das Plakat von Tag 1 mit Gegenständen aus Holz und der Fotostrecke Papierherstellung rief in Erinnerung, dass Papier aus Holz hergestellt wird und wir es im Alltag ständig verwenden.
© Caritasverband Worms e. V.
Die Erzieherinnen hatten einige Papiere, die in der Kita verwendet werden, zusammen getragen. Die Kinder betrachteten die verschiedenen Papiere und stellten rasch Unterschiede fest, wie zum Beispiel eine glatte Oberfläche, unterschiedliche Farben, dickes und dünnes Papier. Schüsseln, mit Wasser gefüllt, standen bereit, um die Papiere auf ihre Schwimmfähigkeit zu überprüfen. Hier brauchte das dicke Papier länger, bis es sich vollgesogen hatte und aufweichte. Es wurde ganz glitschig im Wasser. Braunes Transparentpapier wurde dunkelbraun und das blaue Wabenpapier ließ sich auch im nassen Zustand nicht so gut zerreißen. Das selbst geschöpfte Papier gab nach und nach preis, aus welchen Altpapiersorten es hergestellt worden war.
Nun mussten die Papiere die Feuerprobe bestehen und wurden angezündet. Fasziniert betrachteten die Kinder die Farbe des Rauches, wie lange ein Papier glimmen konnte und wie die Asche aussah. Zum Vergleich wurde ein Stück Plastik angezündet, das nur gestunken und kaum gebrannt hat.
Mit wasserlöslichen Filzstiften, Pipetten, Wasser und Kaffeefiltertüten gestalteten die Kinder wunderschöne Bilder und entdeckten, dass sie mit Papier zaubern konnten.
Zum Abschluss freuten sich die kleinen Künstler noch einmal über ihre Kunstwerke, die nach dem Trocknen ihre wahre Schönheit zeigen werden.
3. Von Bäumen und altem Papier - Papier im Überfluss?
Am letzten Tag des Projektes konnten sich die Kinder noch sehr gut an die vorangegangenen Themen erinnern und
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davon berichten. Besonders der Ausflug in den Abenteuerwald, die versteckten Sachen und die Papier-Experimente wurden begeistert erwähnt.
Mit dem Bild von einer Toilettenpapierrolle mit Birkenrinde und einem Birkenstamm gingen die Kinder im Gehölzstreifen auf die Suche nach einer lebenden Birke und wurden sofort fündig.
Verschiedene Verbrauchsgegenstände aus dem Alltag wurden besprochen und im anschließenden Laufspiel von den Kindern erneut aufgesucht, um zu zeigen, wie viel Papier sie kennen und benutzen.
Bei einem spannenden Streifzug durch den Abenteuerwald betrachteten die Kinder mit großer Freude die herbstlichen Blätter, die Vogelnester hoch oben, erkannten die Verstecke von Tag 1 wieder und den Spaß, den es macht, durch diese kleine Wildnis zu laufen. Ihnen wurde bewusst, dass das ohne die Bäume nicht möglich wäre und es gut ist, dass sie dort stehen.
Engel - die kannten die Kinder, aber der Blaue Engel war für sie neu. Auf einem großen Bild konnten sie ihn eingehend betrachten und fanden ihn anschließend auf vielen Produkten wieder. Die Kinder verglichen Haushaltspapier ohne und mit dem Blauen Engel. Sie stellten fest, dass das Papier mit dem Blauen Engel eine graue Farbe hat. Diese Farbe kannten sie von ihrem selbst geschöpften Papier, welches sie aus alten Zeitungen hergestellt hatten. Damit wissen sie nun, wie Umwelt bzw. Baum schonend die Produkte mit dem Blauen Engel sind.
Nun musste noch geklärt werden, wie die Kinder dem Blauen Engel bei der Arbeit helfen können. Dazu kehrte die Gruppe in die Kita zurück und legte gemeinsam einen Stapel Zeitungen in die blaue Altpapiertonne.
Zum Abschluss bekam jedes Kind ein Heft mit dem Blauen Engel darauf geschenkt, um ihn in Erinnerung zu behalten und zu Hause zu zeigen.
Das Abschlussplakat wurde gestaltet und dient in den nächsten Tagen den Kindern und Erzieherinnen dazu, die Projekttage Revue passieren zu lassen und zu informieren.
Maren Kämpfert